Die Ausbildung umfasst 10 Module mit insgesamt 22 Tagen sowie zweimal 6,5 Stunden Online-Training zu üblichen Seminarzeiten.
Der zeitliche Aufbau der Ausbildung bietet die Möglichkeit, erworbenes Wissen und Können zwischen den einzelnen Modulen in der Praxis zu erproben und die eigene Mediationskompetenz reifen zu lassen.
Persönliche Weiterentwicklung und Praxistransfer
Begleitend zur Ausbildung finden zwischen den Modulen selbstorganisierte Peergruppentreffen statt (insgesamt mindestens 20 Stunden). Die Teilnehmenden arbeiten an persönlichen Entwicklungsthemen bezogen auf ihre Rolle als Klärungshelfer:in und ihre eigenen Kommunikationsmuster. Der Einstieg in die Praxis anhand eigener Mediationstätigkeit ist spätestens nach Modul 3 vorgesehen.
In der zweiten Hälfte der Ausbildung werden im Rahmen der Module Fallsupervisionen durchgeführt. Diese Supervision sowie einzureichende Falldokumentation(en) über eigene Klärungsfälle sind neben der Teilnahme an den Lerngruppen Bestandteil der Leistungsanforderungen für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung.
Für ausgewählte Themen laden wir Expert:innen ein, um mit ihnen Vorgehensweisen und Besonderheiten in verschiedenen Anwendungsfeldern zu diskutieren und zugleich individuelle Wege in der Tätigkeit als Mediator:in und Klärungshelfer:in kennenzulernen.
Unser Ausbildungsprogramm geht über das Vermitteln klassischer Mediationskenntnisse hinaus und legt einen besonderen Fokus auf Ihre persönliche Entwicklung als Mediator:in. Denn die erfolgreiche Arbeit in der Mediation erfordert nicht nur theoretisches und praktisches Wissen, sondern auch Selbstreflexion und die Bereitschaft, sich persönlich weiterzuentwickeln.
Unser besonderes Angebot: Jede:r Teilnehmer:in erhält im Rahmen der Ausbildung drei begleitende Coachingstunden. Diese Sitzungen dienen dazu, individuelle Fragen, persönliche Hürden und die eigene Haltung zur Mediation eingehend zu reflektieren.
Im ersten Coaching zu Beginn der Ausbildung steht die Selbstwahrnehmung im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Ihnen schauen wir, wie sie in der Ausbildung „angekommen“ sind und welche persönlichen Fragen Sie besprechen möchten. Gemeinsam können wir außerdem Fragen beleuchten wie: Wie stehe ich persönlich zu Konflikten? oder Was ist mein typisches Verhalten in eigenen Konflikten, welche Muster beeinflussen mein Handeln? Welche Stärken und Schwächen habe ich? Was ist meine persönliche Entwicklungsrichtung, was sollte ich weiterentwickeln oder neu erlernen, um meiner zukünftigen Aufgabe als Mediator:in gerecht zu werden? Diese Reflexion hilft bei der Suche nach möglichen inneren Themen, die unbewusst in unsere Arbeit einfließen können.
Im zweiten Coaching widmen wir uns den Herausforderungen, die auf dem Weg in die Praxis warten. Wie kann ich erste Fälle gewinnen? Welche inneren Blockaden könnten mich davon abhalten, aktiv in die Fallakquise zu gehen? Gemeinsam erarbeiten wir Strategien, wie Sie Hemmnisse überwinden und die ersten Schritte als Mediator:in erfolgreich gehen können.
Im dritten Coaching im letzten Drittel der Ausbildung haben Sie schließlich die Möglichkeit, bereits erste Praxiserfahrungen zu reflektieren. Hier können konkrete Fallfragen besprochen werden. Außerdem können Sie Fragen besprechen, die für Ihre neue beruflichen Rolle als Mediator:in aufkommen könnten – zum Beispiel: Wie kann ich für mich Akquise betreiben? Was sollte ich als interne:r Klärungshelfer:in beachten? oder Welche Haltung ist hilfreich, um wertfrei und objektiv an jeden Fall heranzugehen? Wie gehe ich mit dem Wunsch um, einen bestimmten Auftrag unbedingt gewinnen zu wollen?
Mit den ergänzenden Coaching-Sitzungen unserer Ausbildung legen wir gemeinsam mit Ihnen das Fundament für Ihre professionelle Zukunft als Mediator:in – fachlich fundiert und persönlich unterstützt und gestärkt.
Wir laden Sie herzlich ein, sich auf diesen Weg zu begeben, sich selbst neu zu entdecken und die Kunst der Mediation in einer ganzheitlichen, individuellen Ausbildung zu erlernen.
Gerne nehmen wir Sie im Anschluss an die Ausbildung bei uns in unseren Mediator:innenpool auf.
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Das Curriculum berücksichtigt die berufsrechtlichen Rahmenbedingungen für Klärungshelfer:innen und Mediator:innen aufgrund des Mediationsgesetzes (gem. §§ 5 II, 6 MediationsG i. V. m.) sowie der derzeit gültigen Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV) des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz und geht sogar über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.
Module
Modul 1: Einführung in Klärungshilfe und Grundlagen (3 Tage)
Wir führen von A-Z in das Vorgehen der Methode Klärungshilfe ein. Dazu gehören wesentliche Verfahrensprinzipien, die Struktur der einzelnen Phasen, die Rolle des Klärungshelfers / der Klärungshelferin sowie die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen gebildet durch das Mediationsgesetz.
Es werden erste praktische Erfahrungen mit wichtigen Techniken in der Mediation und insbesondere mit einem der Kern-Werkzeuge der Klärungshilfe, dem dialogischen Doppeln, gesammelt. Die Basis der Ausbildung, das humanistisch-systemische Menschenbild wird erweitert durch Grundlagen der Konfliktpsychologie.
Persönliche Standortbestimmungen und erste Entwicklungsprojekte sollen sicherstellen, dass die Teilnehmenden im Laufe der gesamten Ausbildung ihre jeweiligen individuellen Ziele im Blick behalten.
Digitalkompetenzen 1
In einer zunehmend digitalisierten Welt werden Online-Mediationen und hybride Konfliktlösungsansätze immer relevanter.
Im ersten Teil des Seminars befassen wir uns zunächst mit den technischen Vorrausetzungen. Anhand von praxisbezogenen Fragestellungen erarbeiten wir interaktiv genau die Fähigkeiten, die Sie für eine Vorbereitung und Durchführung einer professionellen Gesprächsmoderation im digitalen Raum benötigen.
Teil 1: Grundlagen und Vorbereitung
Technische Grundlagen: Einführung in Plattformen und Tools wie Zoom, MS Teams oder WebEx.
Methodik und Didaktik: Planung und Vorbereitung von Online-Mediationen, inkl. Onboarding und Sicherstellen technischer Voraussetzungen bei den Mediand:innen.
Kommunikation im virtuellen Raum: Umgang mit nonverbaler Kommunikation, Schaffung eines vertrauensvollen Rahmens, Gestaltung von Hintergründen und Atmosphäre.
Datenschutz und Sicherheit: Rechtliche Rahmenbedingungen und datenschutzkonforme Nutzung von Tools.
Praktische Übungen: Simulation von Mediationssitzungen zur Anwendung der Inhalte.
Modul 2: Der Werkzeugkoffer der Klärungshilfe (3 Tage)
Im Fokus dieses Kurses steht die Mediation von Zwei-Personen-Konflikten. Gearbeitet wird schwerpunktmäßig an der Erhebung und Formulierung der Konfliktthemen beider Parteien sowie an verschiedenen Methoden der Vertiefung des Dialogs. Hier wird es u. a. auch um Kernkompetenzen der Gesprächsführung gehen wie z. B.: Strukturieren des Vorgehens, verschiedene Fragetechniken, Verstehen eines geschilderten Sachverhalts durch Aktives Zuhören, faires Streiten sichern sowie Visualisierungstechniken. Ferner blicken wir auf den Umgang mit herausfordernden Situationen in der Mediation.
Vertiefend behandeln wir die Modelle der Hamburger Kommunikations-Psychologie, welche Konfliktdynamiken verdeutlichen, als eine Art Konfliktanalysetool das Verständnis für Verhalten und Emotionen in Konflikten fördern und gleichzeitig Handlungsrichtungen für die Interventionen in der Klärungshilfe geben.
Modul 3: Auftragsklärung und Beziehungsdynamiken (2 Tage)
Einen Auftrag gut zu erfassen und dabei zwei Konfliktbeteiligte für eine Klärung zu gewinnen, beschäftigt uns im dritten Modul: Worum kann und soll es in einer Mediation gehen, was möchten die Beteiligten (nicht) erreichen und was wurde bislang bereits unternommen, sind einige der zu klärenden Fragen. Befürchtungen und Hoffnungen gekonnt ansprechen und den passenden Rahmen miteinander zu gestalten, sind die Aufgaben der Mediator:innen zu Beginn einer Mediation.
Für die Mediand:innen ist es zudem wichtig, die Verabredungen in Form einer Mediationseingangsvereinbarung festzuhalten. Die Formulierung von Mediationsverträgen ist deshalb ebenfalls Bestandteil dieses Moduls.
Vertieft befassen wir uns zudem mit den Bedürfnissen der Einzelnen und möglichen Dynamiken zwischen den Parteien. Ziel des Moduls ist es zu lernen, Konfliktdynamiken zu erkennen und diese unter Berücksichtigung der emotionalen Beteiligung der Konfliktbeteiligten gewinnbringend anzusprechen sowie die Voraussetzungen für einen Perspektivwechsel dadurch zu schaffen.
Modul 4: Selbstverständnis, Rolle und rechtliches Handwerkszeug (2 Tage)
Neben den „handwerklichen Fertigkeiten“ geht es im vierten Modul um die Rolle und das berufliche Selbstverständnis als (künftige) Klärungshelfer:in.
Zusammen mit einer:m juristischen Gastdozent:in klären wir die Bedeutung des Rechts in der Mediation und gehen u. a.auf folgende Fragen differenzierter ein: Was sind die Aufgaben / Pflichten und was gehört nicht dazu? Welche rechtlichen Grundlagen, Rahmenbedingungen sowie besondere Kenntnisse, wie die Vergütung als Mediator:in, sind wichtig? Wie wird eine notwendige rechtliche oder steuerliche Beratung eingebunden? Wie werden Abschlussvereinbarungen so formuliert, dass sie tragfähig und vollstreckbar sind? Wofür haftet eine Mediator:in (nicht)? Welche Rolle spielen die beruflichen Hintergründe einer Mediator:in?
Alle Fragen werden mit Bezug zu den rechtlichen Grundlagen (wie beispielsweise dem Rechtsdienstleistungsgesetz oder dem Mediationsgesetz) beantwortet.
Digitalkompetenzen 2
Der zweite Teil des Seminars dient der weiteren praktischen Erprobung der erworbenen Kenntnisse; anhand von Rollenspielen üben und reflektieren Sie unterschiedliche Online-Settings sowie Techniken zur Visualisierung und Kreativitätsförderung im virtuellen Raum.
Teil 2: Gestaltung und Umsetzung
Gestaltung von Gesprächsrahmen: Strukturiertes Leiten von Gesprächen im digitalen Raum.
Digitale Visualisierung: Sicherstellen von Beziehung und Kontakt, während Gesprächsergebnisse visuell festgehalten werden, Varianten der Visualisierung (Conceptboard, Whiteboards, Miro, Mural, Flipchart usw.)
Mediationsphasen und -techniken: Besonderheiten bei Techniken wie „Doppeln“, kommunikationspsychologische Erklärungen und Zusammenfassungen im virtuellen Kontext, digitale Kreativitätstechniken für die Lösungssuche
Praktische Übungen: Vertiefte Simulationen von Online-Mediationssitzungen.
Modul 5: Teamkonflikte und ihre Dynamiken (3,5 Tage)
In diesem Modul erweitern wir das mediative Repertoire auf den Umgang mit Gruppen und Teams. Anhand eines konkreten Falles werden die Vorgehensweisen in den verschiedenen Phasen der Klärungshilfe für Mehrpersonenkonflikte theoretisch erläutert und unmittelbar praktisch erprobt.
Spezifische Anforderungen, wie z. B. der Umgang mit Hierarchie und Machtungleichgewichten, Außenseiterproblematiken oder Koalitionsbildungen, fließen als Vertiefungsthemen ein. Es wird äußerst praxisnah gearbeitet – die Herausforderungen, die sich für Mediator:innen in den Rollenspielen / in der Arbeit mit Gruppen ergeben, werden in supervisionsähnlichen Settings reflektiert. Wir sprechen über verschiedene unterstützende Settings wie z. B. Co-Mediation oder Einzelgespräche mit den Beteiligten.
Modul 6: Vertiefung Teamklärung und Supervision (2,5 Tage)
Den Schwerpunkt dieses Moduls bildet die Fallsupervision der eigenen Praxiserfahrungen in der Rolle des/der Klärungshelfers:in Neben der Praxisreflexion richten wir den Blick auch auf die persönlichen Entwicklungsvorhaben der Teilnehmenden in der Rolle der Mediator:in. Außerdem gehen wir der Frage nach, wie jede:r persönlich am Markt sichtbar werden möchte.
Inhaltlich vertieft wird der Bereich Teamklärung, u.a. mit den Themen: Umgang mit besonderen Dynamiken (alle gegen einen / Mobbing einschließlich möglicher rechtlicher Hintergrundkenntnisse) und Nachsorge. Methodisch steht die Kombination von Methoden und Modellen sowie die Übergänge zwischen den verschiedenen Phasen in der Klärungshilfe im Vordergrund.
Modul 7: Teamklärung - Komplexe Fälle (3 Tage)
In diesem Modul geht es um eine Teamklärung mit einer großen Anzahl an Beteiligten oder mit mehreren Interessensgruppen – also um die Mediation komplexerer Konfliktstrukturen. Des Weiteren werden uns Methoden der Konfliktbearbeitung zwischen Arbeits- oder Organisationseinheiten beschäftigen u. a. die Arbeit mit Stellvertreter:innen.
Methodisch schauen wir in dieser Einheit über den Tellerrand der klassischen Klärungshilfe hinaus und beschäftigen uns mit der Entscheidungs- und Lösungsfindung in Gruppen (wie z. B. mit den Verhandlungstechniken nach dem Harvard Prinzip, dem Brainstorming, der Kartenabfrage, dem Mindmapping oder auch der Widerstandsabfrage). Wir gehen der Frage nach, welche Lösungen von den Beteiligten als rechtlich tauglich, vor allem aber als gerecht und fair wahrgenommen werden und wie sich Bewertungskriterien für die Lösungsfindung verabreden lassen.
Modul 8: Abschluss-Kolloquium (3 Tage)
Zum Abschluss der Ausbildung widmen wir uns erneut den individuellen Entwicklungswegen der einzelnen Teilnehmenden in ihrer Rolle als Klärungshelfer:in ihren besonderen Stärken und Fähigkeiten sowie individuellen Grenzen in der Mediation.
Neben Fallsupervisionen und der Reflexion der eigenen Entwicklung geht es außerdem inhaltlich um das Thema: Wie können Klärungsprozesse gut beendet werden? Welche Formen der Prozessbegleitung bei der Dokumentation und der Umsetzung von Vereinbarungen, Lösungen und neuen Wegen gibt es? Wie funktioniert eine gute Nachhaltigkeitssicherung und Nachsorge? Eine feierliche Zertifikatsübergabe rundet dieses Modul und die Gesamt-Ausbildung ab.
Termine und Informationen
Unser vierter Jahrgang 2025 / 2026 wird am 28. April 2025 beginnen. Wenn Sie sich für diesen vierten Jahrgang interessieren, bieten wir Ihnen sehr gerne ein Beratungsgespräch als Entscheidungshilfe an. Die Termine für den vierten Jahrgang finden Sie unten aufgeführt.
Termine der kommenden Ausbildung 2025 / 2026:
Datum
Umfang
Modul 1
28.04. – 30.04.2025
3 Tage
Digitalkompetenzen
17.05.2025 (online)
6,5 Std.
Modul 2
03.07. – 05.07.2025
3 Tage
Modul 3
19.09. – 20.09.2025
2 Tage
Modul 4
07.11. – 08.11.2025
2 Tage
Digitalkompetenzen
17.01.2026 (online)
6,5 Std.
Modul 5
11.02. – 14.02.2026
3,5 Tage
Modul 6
23.04. – 25.04.2026
2,5 Tage
Modul 7
25.06. – 27.06.2026
3 Tage
Modul 8
17.09. – 19.09.2026
3 Tage
Ort: Berlin-Mitte
Teilnehmerzahl: max. 16 Personen
Kosten: 9.900,- EUR zzgl. gesetzlicher MwSt. sowie zzgl. Übernachtung und Verpflegung am Tagungsort
Mögliche Reduktion: Wir unterstützen gemeinnützige Organisationen und je nach Kapazität Solo-Selbstständige. Kontaktieren Sie uns sehr gern.
Tagungszeiten: Beginn am 1. Seminartag um 10 Uhr und an den weiteren Tagen um 09.00 Uhr. Die Arbeitszeiten betragen pro Tag 8 Stunden exkl. Pausen. An ausgewählten Tagen werden wir einige der Themen nach dem Abendessen oder an gesonderten Kaminabenden vertiefen.
Für den 4. Jahrgang können Sie sich derzeit noch anmelden. Bei Interesse melden Sie sich jederzeit gerne vorab bei uns.
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